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Top vorbereitet für euren (ersten) E-MTB-Ausflug

Du kannst die erste Tour mit Kind und E-Bike kaum erwarten? Absolut verständlich! Bevor's losgeht, solltet ihr euch noch mit ein paar Punkten vertraut machen.

Sarah Schwarz
Sarah Schwarz

Denn: Gute Planung ist die halbe Miete. Neben dem klassischen Bike-Check und der Standard-Ausrüstung erfordert eine E-Bike-Tour noch ein paar Spezial-Vorbereitungen. Wir geben dir daher Tipps, wie du deine E-Bike-Abenteuer mit der Familie optimal angeht.

1. TECHNIK CHECKEN

Wenn der Motor unterwegs streikt, geht der Spaß schnell verloren. Das Antriebssystem ist schließlich keine abgesprungene Kette, die schnell wieder eingehängt ist. Mach daher rechtzeitig vor der geplanten Tour, am besten ein paar Tage vorher, einen kleinen Technik-Check. So hast du bei möglichen Defekten noch ausreichend Zeit, um das Bike vom Fachmann reparieren zu lassen.

  • Antrieb: Lass dein Kind eine Proberunde drehen und zwischen den verschiedenen Unterstützungsmodi wechseln, um zu prüfen, ob alles funktioniert und die Tretunterstützung normal und konstant einsetzt. Wenn der Antrieb stottert, kann das an den Kontakten liegen. Ist Nässe oder Schmutz bis in die Steckverbindungen eingedrungen, könnt ihr die Kontakte mit einem trockenen Tuch reinigen. Bei Rost kann zum Beispiel ein Korrosionsschutz-Spray helfen.
  • Akku: Prüfe die Akkuladung und, ob der Akku fest im Rahmen sitzt. Ein leerer Akku ist so ziemlich das Letzte, was dein Kind auf einem schönen E-Bike-Ausflug braucht. Daher solltest du spätestens am Tag vor der Tour den Akku mit Strom tanken. Denk auch an den Reserveakku, falls ihr einen habt.
  • Leitungen: Fixiere abstehende elektrische Leitungen mit einem Kabelbinder, damit dein Kind nicht an Hindernissen, wie Wurzeln, hängen bleibt.

2. DIE PASSENDE E-BIKE-ROUTE

Wie bei einer „normalen“ Biketour mit Kids dürfen auch auf eurer E-Route ein paar kindgerechte Zutaten nicht fehlen. Gespickt mit dem einen oder anderen Schmankerl, wie einem flowigen Achterbahn-Trail oder Erlebnis-Spielplatz, sind jede Menge Spaß und Abwechslung garantiert und auch kleine Motivationslöcher schnell überwunden.

Gut möglich, dass dein Kind mit dem E-Bike schon mal längere Distanzen mit einigen Höhenmetern zurücklegen wird. Bedenke daher bei der Routenauswahl immer auch den Akku mit:

  • Reichweite einschätzen: Die Akkukapazität hängt von verschiedenen Faktoren, wie Gewicht, Fahrstil, Unterstützungsstufe, Steigung, Temperatur etc., ab. Das Motto: Ausprobieren! Tastet euch langsam heran, beobachtet, wie sich der Ladezustand bei Steigungen verändert. Dein Kind soll den Akku ruhig mal komplett leerfahren. Nur so lernt es den Akku kennen und kann ihn auch auf längeren Touren gut einschätzen.
  • Ladestationen einplanen: Das Angebot an E-Ladestationen im Tal wie am Berg wird stetig ausgebaut. Nützliche Landkarten und Apps, die euch eine gute Übersicht über Ladestationen bieten. Im Idealfall tankt der Akku Energie in einer Ladestation während ihr eure Batterien bei einer gemütlichen Jause in der Hütte auffüllt. Informiere dich also auf jeden Fall vorab und denk dran, euer eigenes Netzteil mit im Gepäck zu haben, um an jeder Steckdose tanken zu können.
  • Ersatzakku: Wenn ihr auf Nummer sicher gehen oder eure Strecke nicht nach Ladestationen ausrichten wollt, ist ein Ersatzakku eine gute Idee. Es gibt übrigens spezielle E-MTB-Rucksäcke mit einem eigenen Fach, in dem sich der Akku fest an der richtigen Position verstauen lässt. Viele sind auch mit einem Rückenprotektor ausgestattet, um den Rücken bei einem Sturz vor dem harten Akku zu schützen. Dein Kind kann natürlich auch den gewohnten Bike-Rucksack verwenden – verstaut den Ersatzakku so, dass der Schwerpunkt des Rucksackes nah am Körper bleibt, um die Fahrdynamik nicht zu beeinträchtigen. Und vergesst auf keinen Fall den Schlüssel zum Entriegeln des Akkus!

Speziell für die erste E-Bike-Tour empfiehlt sich eine bekannte Route, auf der ihr besser abschätzen könnt, ob der Akku für den Weg noch reicht. Nach der ersten Kennenlernphase kann dein Kind neue und ausgedehntere Touren in Angriff nehmen – in unserer Sammlung der schönsten Familien-Radtouren in Österreich ist für jede*n die richtige Tour dabei, inklusive Komoot-Tourdaten.


Wichtig: Trotz der Motorunterstützung bleibt der Faktor Zeit relativ mit Kids. Auch wenn ihr mit E-Bikes ein wenig schneller vorankommt, solltet ihr euren Zeitplan großzügig anlegen, um Raum für Abenteuerpausen und andere spontane Unternehmungen zu lassen. So sorgt ihr für Abwechslung und wenn ihr gut vorankommt, könnt ihr immer noch gegen Ende eine Extraschleife einbauen.

 

3. WARM-UP

Bevor ihr euch ins Radvergnügen stürzt, sollte sich dein Kind mit dem E-Bike vertraut machen bzw. ein wenig warmfahren, vor allem wenn es sich um den ersten Ausflug mit dem E-Bike handelt oder nach einer längeren Pause. Dein Kind sollte die verschiedenen Modi testen, um sich an das Fahrgefühl in den verschiedenen Stufen zu gewöhnen. Auch ein paar Bremsversuche sind wichtig, um den Bremsweg bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten einschätzen zu können.

 

4. E-BIKE-TRANSPORT

Viele E-Biker*innen haben nicht das Glück, direkt vor der Haustür ins Bike-Eldorado einsteigen zu können. 

Falls ihr mit dem Auto zum Einstieg fahrt, ist das E-Bike natürlich im Auto am besten geschützt. Aus Platzgründen wird das für viele von euch aber keine realistische Option sein. Hier schafft ein Fahrradträger Abhilfe. Wichtig ist, dass du den Akku und, falls vorhanden, auch das Display am Lenker abnimmst, um die Elektronik vor Nässe und Hitze zu schützen. Achte beim Kauf des Radträgers darauf, dass er für das höhere Gewicht von E-Bikes geeignet ist und das Gesamtgewicht eurer E-Bikes die maximale Zuladung nicht überschreitet.

Auch eine Zugfahrt in eine andere Gegend macht Kids in der Regel richtig viel Spaß. Informiere dich vorab, ob die Fahrradmitnahme erlaubt ist bzw. ob eine Reservierung für die Bikes notwendig ist.

 

5. RADSCHLOSS

Damit euer E-Bike auch bei einer kleinen Verschnaufpause sicher an Ort und Stelle bleibt, solltet ihr ein hochwertiges Fahrradschloss einpacken, auch wenn dafür natürlich ein paar Extra-Kilos zu transportieren sind: Zwischen ein bis zwei Kilogramm wiegt ein gutes Schloss. Zudem sollte dein Kind immer den Akku entnehmen, selbst wenn es ihn nicht laden muss.

Welche Begleiter sonst noch auf keine Bike-Tour fehlen dürfen, kannst du hier nachlesen.

Seid ihr die Liste durch? Dann nichts wie los ins E-Abenteuer!

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