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„Radfahren ist wie Urlaub” – Jan Marcel Katuin im Interview

Als jemand, der in der Welt zuhause ist, und – als gebürtiger Niederländer – „quasi aufs Fahrrad geboren”: So beschreibt sich
Jan Marcel Katuin, unser neuer Director for Global Sales. Im Interview erzählt der woom Manager unter anderem, wie die neue Vertriebsstrategie für die nächsten Jahre aussieht und wie er mit seinen Töchtern über die Klimakrise diskutiert.


Was sind deine Schwerpunkte im ersten halben Jahr bei woom?

Wir entwickeln gerade die globale Vertriebsstrategie für die nächsten Jahre im Team und werden sie Schritt für Schritt ausrollen. Ich beschäftige mich dazu intensiv mit den Bedürfnissen der woom Kund*innen sowie mit der Entwicklung und den Spielregeln der Fahrradindustrie. Und ich stehe in engem Dialog mit unseren Vertriebspartnern in den Ländern, um zu verstehen was sie brauchen und wie woom dort wahrgenommen wird. Dazu gehört auch ein Shop-in-Shop-System, um das Markenerlebnis für unsere Kund*innen am Point of Sale zu optimieren. 


Wie würdest du die Unternehmenskultur bei woom beschreiben?

Ich bin von Anfang an sehr herzlich aufgenommen worden. Das Onboarding-Programm bei woom ist extrem professionell und ermöglicht dir sehr schnell zu verstehen, was in den einzelnen Abteilungen los ist und wie das Zusammenspiel funktioniert. Der woom Team Spirit ist wirklich herausragend, die Leidenschaft für die Marke spürt man bei jeder Kollegin / bei jedem Kollegen. Jede*r ist extrem motiviert und hat trotz vollem Terminkalender immer ein offenes Ohr: Wenn du eine Frage hast, wird dir jede*r sofort weiterhelfen.


Wie würdest du dich als Mensch charakterisieren?

Ich bin spontan, aktiv, interessiert, sportlich, offen für Neues, gesellig. Ich mache keine halben Sachen, bin ungeduldig, zeitweise auch durch meine Begeisterung ein paar Schritte weiter als die anderen – die Leidenschaft galoppiert mit mir manchmal davon.


Was ist deine schlechteste Eigenschaft?

Ich könnte wahrscheinlich etwas besser zuhören.


Wer sind deine Vorbilder?

Vorbilder sind für mich weniger die bekannten Lichtgestalten wie beispielsweise Steve Jobs oder Elon Musk, sondern Menschen, mit denen ich direkt zu tun habe oder hatte: Eltern, Familie, Freunde. Und natürlich Kolleg*innen, bei denen ich Fähigkeiten oder Eigenschaften entdeckt habe, die ich selbst gerne hätte.


Welche Besonderheit bringst du in deine Arbeit bei woom ein?

Vielleicht, dass ich in der Welt zuhause bin. Dass ich unternehmerisch denke und nicht bloß aus dem Blickwinkel des Vertriebs auf das Unternehmen schaue. Ich bin außerdem sehr kontaktfreundlich und offen für neue Dinge.


Wie sollte man sich als Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit positionieren? 

Ich denke, wir müssen sehr genau zuhören, welche Themen jüngere Menschen zur Zeit beschäftigen. Wenn wir als Unternehmen erfolgreich sein wollen, müssen wir diese Themen berücksichtigen und mitdenken. Die Botschaft im Dialog mit jungen Menschen sollte sein: Ihr habt recht, lasst uns da hinarbeiten. Ich glaube daran, dass sich die Wahrnehmung und das Bewusstsein wandelt – ich merke das auch bei mir selbst. Inzwischen denke ich anders über Mobilität. Seit ich vor allem Zug fahre, habe ich viel mehr Quality Time für mich – ich lese, höre in Ruhe Podcasts und Musik usw. Auch wenn manches nicht so schnell wie gewünscht realisierbar ist: Die Richtung muss stimmen. 


Was sagst du deinen Kindern, wenn sie sich für Fridays for Future engagieren?

Meine Kids beschäftigen sich sehr eingehend mit der Klimakrise und den damit verbundenen Fragen. Es gibt kaum einen Bereich im Leben, der davon nicht betroffen ist: Essen, Mobilität, Urlaub etc. Ich würde sagen, dass wir in unserer Familie in den meisten Fragen dieselbe Sichtweise haben. Ich bin vielleicht derjenige, der etwas realistischer ist. Weil ich weiß, wie schwierig die Umsetzung von bestimmten Maßnahmen im Detail sein kann. 


Was bedeutet Geld für dich?

Geld ist für mich ein Mittel, um den Lebensstandard abzusichern. Es ist notwendig, um dein Essen, dein Gewand, deine Wohnung und die schönen Seiten des Lebens zu finanzieren. Allerdings reicht Geld alleine nicht, um Mitarbeiter*innen zu motivieren. Motivation muss aus der Person selbst kommen und wird von Dingen gespeist wie: Wertschätzung und Vertrauen, Erfolgserlebnisse, Raum für die Umsetzung von eigenen Ideen. Das ist auch der Grund, warum mir die Arbeit bei woom so viel Spaß macht, wo wir gerade neue Märkte erschließen und dafür neue, ungewöhnliche Wege suchen. Das motiviert mich in die Arbeit zu gehen, und dann verbringe ich gerne auch mal zehn oder zwölf Stunden hier und gebe mein Bestes. 


Wie gehst du damit um, wenn im Job Probleme auftauchen?

Ich bleibe ruhig. Dann sortierte ich mich und filtere ganz schnell: Worum geht es wirklich? Was ist das Problem? Was ist die Konsequenz für unsere Kund*innen und wie können wir das am besten Lösen? Nach der ersten Phase, in der es darum geht, das Problem genau zu erfassen, gilt es, rasch in Lösungen zu denken. Wir dürfen uns nicht mit der Frage blockieren, wer etwas verbockt hat. Zunächst müssen wir das Problem lösen. Danach fragen wir, woran liegt es und lernen dann daraus. 


Wie würdest du deine Beziehung zum Radfahren beschreiben?

Als Niederländer bin ich ja quasi auf das Fahrrad geboren. Das Rad hat mein Leben immer sehr stark geprägt. In meiner Jugend bin ich jede Strecke mit dem Fahrrad gefahren – in die Schule, zum Sport und zu Freunden, egal wohin. Mittlerweile ist das Radfahren für mich ein Mittel, die Natur zu genießen. Ich versuche das auch auf meine Kinder zu übertragen: Wir machen Radtouren und sind viel gemeinsam unterwegs. Ich liebe es nach wie vor, mit dem Fahrrad die Welt zu entdecken. Sobald ich im Fahrradsattel sitze, ist es wie Urlaub.


Jan Marcel Katuin (47): Der gebürtige Niederländer ist seit Juli 2021 als Director for Global Sales für das globale Händlernetzwerk und die Distributionspartner von woom verantwortlich. woom bikes sind weltweit bei mehr als 500 Händlern in über 30 Ländern erhältlich. Katuin kann auf eine internationale Vertriebskarriere zurückblicken. Seine Karrierestationen waren unter anderem das niederländische Kaufhaus HEMA, der Batterielieferant Varta Consumer Batteries sowie der Parfumhersteller Mäurer & Wirtz. Zuletzt war er für die Rodenstock Group, dem weltweiten Innovationsführer für hochwertige Brillengläser und -fassungen, tätig.