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Radcheck in 6 Schritten

Die Radsaison ist bereits voll im Gang. Darum ist es spätestens jetzt an der Zeit, das geliebte Rad deines Kindes wieder fit für viele neue Abenteuer zu machen. Wir erklären dir hier, wie du euer woom ORIGINAL bike nach dem Winterschlaf schnell wieder auf Vordermann bringst, was du dabei beachten solltest und welche Teile du auch während der Saison regelmäßig überprüfen solltest.

Vorweg etwas Wichtiges zum Thema Sicherheit: Dein Kind ist vermutlich nicht in der Lage, Mängel zu erkennen und dich rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen. Deine Vorsicht und Aufmerksamkeit sind entscheidend: Damit euer woom bike fahrtüchtig bleibt und dein Kind stets sicher unterwegs ist, solltest du regelmäßig einen kleinen Check machen und das Fahrrad bei Bedarf vom Fachmann warten lassen.

Schritt 1: Erstmal saubermachen

Mit einem sauberen Rad zu fahren, macht deinem Kind gleich viel mehr Spaß, und du erkennst auch besser, ob Teile defekt sind oder getauscht werden müssen. Aber Achtung: bitte das Bike nicht mit dem Hochdruckreiniger sauber machen, denn damit wird Wasser in die Lager gepresst. Putzlappen, Schwämme und ein wenig milde Seife genügen. Zusätzlich kannst du mit einer alten Zahnbürste ins Detail gehen, zum Beispiel bei den Bremsbelägen. Danach mit Wasser abspülen und mit einem trockenen Tuch wieder auf Hochglanz bringen. 


Schritt 2: Kette reinigen und ölen

Über den Winter bildet sich oft Rost auf der Kette. Halb so schlimm, ein Kettenöl schafft Abhilfe! Tipp: Denk auch während des Sommers an die Kette – sie dankt es dir, wenn du sie hin und wieder reinigst und ölst. Nimm dazu einen trockenen Lappen und zieh die Kette ein paar Mal durch, um sie von altem Fett und Schmutz zu befreien. Trag etwas Kettenöl gleichmäßig auf die Kette und zieh das überschüssige Öl mit einem Lappen ab.


Übrigens, dank des Hebie Kettenschutzes ist die Kette des woom ORIGINAL 2 und woom ORIGINAL 3 besser vor Schmutz und Umwelteinflüssen geschützt. Dennoch solltest du von Zeit zu Zeit prüfen, ob die Kette verschmutzt ist und/oder Öl braucht. Für das Nachschmieren der Kette müsst ihr nur das vordere und hintere Kunststoffteil des Kettenschutzes abnehmen – wie das geht, zeigen wir in diesem Video. Dann könnt ihr auch schon ein paar wenige Tropfen Kettenöl von oben – idealerweise im unteren Kettentrum – in den Spalt zwischen Kettenschutz-Clip und Innenteil einlaufen lassen.

 

Schritt 3: Schraube locker?

Auch wenn das Fahrrad äußerlich einen guten Eindruck macht, solltest du mindestens einmal im Monat überprüfen, ob die Schrauben fest sitzen und/oder die Schnellspanner ausreichend festgezogen sind. Die folgenden Schraubverbindungen sind besonders wichtig für eine sichere Fahrt mit dem Bike:

  • Die einzelnen Bauteile der Steuerung (Lenker, Vorbau und Steuersatz) müssen fest miteinander verbunden sein. Überprüfe einerseits die Klemmschraube(n) am unteren Ende des Vorbaus (je nach Modelljahr eine oder zwei Klemmschrauben). Sie verbindet den Lenker und Gabelschaft miteinander – ist sie zu locker, könnte es passieren, dass das Vorderrad beim Einschlagen des Lenkers weiter gerade ausfährt. Andererseits solltest du die Innensechskantschrauben am vorderen Teil des Vorbaus (woom ORIGINAL 1 bis 3) bzw. die Innensechskantschrauben an den Vario-Klemmen (woom ORIGINAL 4 bis 6) bei Bedarf nachziehen, um ein Drehen des Lenkerbügels um die eigene Achse zu verhindern.


  • Die Laufräder müssen fest und gerade im Rahmen und in der Gabel sitzen. Das passende Anzugsdrehmoment kannst du bei den größeren Modellen (woom ORIGINAL 4 bis 6) einfach mit dem Schnellspanner einstellen. Richte den Schnellspannhebel nicht nach vorne aus, denn sonst können sich Äste oder Ähnliches leichter verhaken. Bei den kleineren Rädern (woom ORIGINAL 1 bis 3) benötigst du einen 5er Innensechskantschlüssel, um die Achsschrauben festzuziehen.
  • Auch die Pedale solltest du genauer ins Visier nehmen und bei Bedarf (spätestens nach 200 gefahrenen Kilometern) nachziehen.
  • Kontrolliere auch, ob die Sattelklemme richtig angezogen ist. Verwende dafür einen Innensechskantschlüssel (woom ORIGINAL 1 bis 2) bzw. den Schnellspanner (woom ORIGINAL 3 bis 6). Bei der Gelegenheit kannst du auch gleich die Sattelhöhe überprüfen und eventuell anpassen, falls die erste Sonne deinem Kind schon wieder einen Wachstumsschub verpasst hat. Aber bitte nicht zu viel auf einmal – vor allem wenn ihr eine längere Radl-Pause eingelegt habt, ist es besser, den Sattel vorerst so einzustellen, dass dein Kind gut mit den Füßen am Boden stehen kann. Sobald die Sicherheit am Bike wieder voll da ist, kannst du probieren, den Sattel ein wenig höher zu stellen.

 

Schritt 4: Bremsen prüfen!

Bitte überprüfe regelmäßig die Bremsen, denn auch hier geht es um die Sicherheit deines Kindes.

  • Zieh abwechselnd den linken und den rechten Bremshebel und achte darauf, ob ein spürbarer Widerstand am Bremshebel vorhanden ist. 
  • Danach solltest du testen, ob beim Ziehen der Bremshebel die Räder vorne und hinten auch wirklich abgebremst werden

Funktionieren die Bremsen nicht zu 100 Prozent? Dann solltest du dein Kind auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren lassen und am besten eine Fahrradwerkstatt aufsuchen. 

Mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Erfahrung kannst du kleine Mängel natürlich auch selbst beheben. Falls beispielsweise die Rillen auf den Bremsbelägen nicht mehr zu sehen sind, ist es Zeit für neue Bremsbeläge. Manchmal leiden auch die Bremszüge ein wenig und beginnen zu rosten. Hier hilft es, einen Spritzer Teflonspray (gibt’s im Baumarkt) in die Enden der Außenhüllen zu geben. Das lässt die Bremszüge wieder geschmeidiger durch die Hülle gleiten.
Nicht zuletzt solltest du die Innensechskantschraube an den Bremsarmen überprüfen und gegebenenfalls nachziehen. Wenn die Bremsbeläge schon ein wenig verschlissen sind, kannst du sie mit der Einstellschraube am Bremshebel näher zur Felge bringen, damit dein Kind wieder die optimale Bremsleistung erzielen kann.

Schritt 5: Gib den Reifen Luft.

Und jetzt natürlich noch den Reifendruck vorne und hinten checken. Dazu drückst du einfach die Reifen fest mit der Hand zusammen. Dabei sollte ein fester, harter Widerstand zu spüren sein. Hat das Bike über den Winter Luft verloren, heißt das nicht, dass der Reifen ein Loch hat oder das Ventil defekt ist. Auf der Reifenflanke steht der empfohlene Luftdruck. Falls du eine Standpumpe mit Druckmesser verwendest, kannst du das ganz genau machen. Ansonsten gilt: Für weniger Rollwiderstand muss der Luftdruck hoch sein. So gleitet dein Kind zum Beispiel müheloser über asphaltierte Radwege. Für unbefestigte Wege sollte der Luftdruck jedoch niedriger sein, am besten leicht über dem angegebenen Mindestluftdruck, denn so hat dein Kind eine bessere Federung durch die Reifen.

Übrigens, solltest du auch während der Saison regelmäßig (mindestens einmal im Monat) den Reifendruck prüfen. 


Schritt 6: Gangschaltung:

Falls dein Kind ein woom bike mit Gangschaltung hat, solltest du diese  hin und wieder überprüfen. Eventuell streift die Kette oder es kommt zu ungewollten Gangwechseln.

Im Folgenden beschreiben wir, wie du vorgehen musst, um die Gangschaltung richtig einzustellen. Du solltest dich dafür allerdings mit Fahrradtechnik gut auskennen. Falls du nicht regelmäßig an euren eigenen Bikes oder denen deiner Kinder schraubst, solltest du am besten eine Fachwerkstatt aufsuchen und dort die Schaltung von einem Profi richtig einstellen lassen. 

Drei Schrauben führen zum perfekt justierten Schaltwerk. Zunächst solltest du die Anschläge eures Schaltwerkes kontrollieren:

  • Um den unteren Anschlag zu prüfen, schaltest du auf das kleinste RItzel. Nun sollte sich das Schaltröllchen in einer Linie unter dem kleinsten Ritzel befinden. Ist das nicht der Fall, ist eine Drehung der H-Schraube notwendig.
  • Für die Einstellung des oberen Anschlages schaltest du auf das größte Ritzel. Sitzt das Schaltröllchen nicht genau unter dem größten Ritzel, kommt die L-Schraube ins Spiel.


In welche Richtung? Drehst du die H-Schraube im Uhrzeigersinn, dann wandert das Schaltröllchen nach links, also zum Laufrad hin. Wenn du gegen den Uhrzeigersinn drehst, bewegt sich das Schaltröllchen nach rechts, also vom Laufrad weg. Bei der L-Schraube funktioniert es genau anders rum.

Mithilfe der Zugspannschraube am Schalthebel – sie befindet sich dort, wo das Kabel in die Schaltung am Lenker mündet – kannst du nun noch die Schaltseilspannung nachjustieren:

  • Klettert die Kette beim Schaltvorgang nicht auf das nächstgrößere Ritzel, muss die Zugspannung erhört werden, indem du die Schraube gegen den Uhrzeigersinn drehst.
  • Überspringt die Kette mehrere Ritzel, dann drehst du die Einstellschraube im Uhrzeigersinn, um die Zugspannung zu reduzieren. 
Tipp:

Dreh die Schrauben in kleinen Schritten für eine ganz fein dosierte Anpassung. 



LOS GEHT’S!