Fahrradwissen

E-Bike, Pedelec, E-Citybike – was ist eigentlich der Unterschied? Teil 1

Sarah Schwarz
Sarah Schwarz

Rückenwind auf Knopfdruck? E-Bikes boomen und überzeugen zunehmend Jung und Alt. Die Auswahl an Modellen und Ausstattungsvarianten ist dementsprechend groß. Die verschiedenen Antriebsarten und Motoren werden oft in einen Topf geworfen, dabei ist E-Bike nicht gleich E-Bike. 

Wie funktioniert ein Elektrofahrrad und worin unterscheiden sich die E-Bike-Modelle? In unserem zweiteiligen E-Bike-Special helfen wir dir, den Durchblick zu behalten.

Was genau ist ein Elektrofahrrad?

Ein E-Bike ist ein Fahrrad, das mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Per Knopfdruck wird der elektrische Antrieb zuschalten, der bei jedem Tritt in die Pedale unterstützt. 
Die nötige Energie holt sich der Motor von einem integrierten Akku. Dieser kann über jeden herkömmlichen Stromanschluss aufgeladen werden: entweder in einer speziellen Ladestation oder direkt am Bike. Ein leerer Akku ist in der Regel in zwei bis sechs Stunden wieder komplett aufgeladen. Abhängig vom Akku und Strompreis kostet eine Ladung zwischen 10 und 20 Cent. 
Die Reichweite des Akkus hängt von zahlreichen Faktoren ab, unter anderem Akkukapazität, Motorleistung, gewählte Unterstützungsstufe, Reifendruck, Fahrergewicht und Fahrstil. Der Ladestand lässt sich für gewöhnlich über eine LED-Anzeige ablesen. Auf längeren Touren solltest du auf Nummer sicher gehen und einen Ersatzakku im Rucksack dabeihaben. 
Übrigens: Manche E-Bikes bieten die Möglichkeit der Rekuperation, sprich der Energierückgewinnung. Das bedeutet, dass sich der Akku auf Talfahrten und beim Bremsen durch die erzeugte Energie wieder auflädt.


Welche Arten gibt es?

Ein Elektrofahrrad kann rechtlich als Fahrrad oder Kleinkraftfahrzeug gelten – das ist abhängig von der Leistung des Motors. Um der Kategorie Fahrrad anzugehören, muss das Bike die folgenden Obergrenzen einhalten:

  • Tretunterstützung auf maximal 25 km/h begrenzt,
  • Maximalleistung des E-Motors beträgt maximal 600 Watt,
  • im Unterschied dazu darf die Nenndauerleistung (jene Leistung, die ein Motor über einen Zeitraum von 30 Minuten abgeben kann) nicht über 250 Watt liegen.


Ein E-Bike mit höheren Werten gilt nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kraftfahrzeug und ist daher versicherungs- und führerscheinpflichtig – dazu kommen wir gleich.

Abhänngig von der Motorunterstützung können somit die folgenden Modelle von Elektrofahrrädern unterschieden werden:

 

E-Bike

Genau genommen, sind die wenigsten tatsächlich mit einem E-Bike unterwegs. Rechtlich betrachtet, handelt es sich bei E-Bikes nämlich nicht um Fahrräder, sondern um Kleinkraftfahrzeuge. Denn sie besitzen einen tretunabhängigen Zusatzantrieb (= Selbstfahrfunktion), das heißt du musst nicht aktiv in die Pedale treten, um die Motorunterstützung zu aktivieren. Bei den meisten E-Bikes wird die Geschwindigkeit über einen Gasgriff am Lenker mit der Hand reguliert.

Jedoch wird der Begriff E-Bike heute allgemein als Synonym beziehungsweise als Überbegriff für Elektrofahrräder und Pedelecs verwendet, weshalb wir das auch so handhaben.

 

Pedelec

Das Pedal Electric Cycle ist das typische, meistverbreitete Elektrofahrrad, das landläufig als E-Bike bezeichnet wird. Es ist mit einem Elektromotor ausgestattet, der dich nur dann unterstützt, wenn du aktiv in die Pedale trittst. Hörst du auf zu treten, geht der Motor in den Schlafmodus über. Je mehr Kraft du auf die Pedale ausübst, desto stärker der Antrieb. Die gewünschte Unterstützungsstufe (z.B. Eco, Tour, Sport, Turbo) lässt sich über ein Display, das sich meist am Lenker oder Oberrohr befindet, einstellen.

Die mittlere Motorleistung von Pedelecs beträgt maximal 250 Watt und die elektrische Tretunterstützung durch den Motor ist auf 25 km/h begrenzt (daher oft als Pedelec25 bezeichnet), somit wird die Motorunterstützung bei Erreichen dieser Geschwindigkeit abgeriegelt. Mehr Tempo kannst du nur mehr durch eigene Muskelkraft erzeugen.

Pedelecs sind also rechtlich gesehen den Fahrrädern gleichzustellen und dürfen genauso im Straßenverkehr eingesetzt werden.

 

S-Pedelec

Beim Speed Pedelec, auch Schnelles Pedelec oder Pedele45 genannt, handelt es sich ebenso um ein pedalbetriebenes Elektrofahrrad. Damit der Motor seine Leistung entfaltet, muss aktiv in die Pedale getreten werden. Optisch unterscheiden sich S-Pedelcs kaum von Pedelecs. Wie der Name verrät, liegt der Unterschied darin, dass das Schnelle Pedelec einen stärkeren Antrieb und eine höhere Bauartgeschwindigkeit hat:

Der Motor darf eine Nenndauerleistung von bis zu 4.000 Watt erreichen und das Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h unterstützt werden. Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten verfügen S-Pedelecs über einen besonders stabilen Rahmen und kraftvolle Bremsen.

Rechtlich handelt es sich bei S-Pedelcs also um Krafträder, weshalb strengere gesetzliche Vorschriften gelten, etwa in Bezug auf das Mindestalter oder die Ausstattung im Straßenverkehr. Es besteht auch eine Helm-, Führerschein- und Zulassungspflicht. Außerdem ist die Benützung von Radwegen und Fahrradanhängern für Kinder verboten.

Denk daran: Wenn du in andere Länder reist, solltest du dich unbedingt vorab über die dort geltenden Regelungen erkundigen, zum Beispiel hier.

Noch mehr Infos rund um das Thema E-Bike findet ihr auch auf https://www.emotion-technologies.at/.

In Teil 2 unseres E-Bike-Specials nehmen wir die verschiedenen E-Bike-Typen und Einsatzgebiete ins Visier. Also dranbleiben!